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Charlotte Borchert - 11/3

Eindrücke nach 14 Tagen Schulschließung

 

Nachdem die offizielle Bestätigung kam, dass die Schulen in ganz Sachsen-Anhalt für mindestens vier Wochen geschlossen bleiben, stand meine ganze Welt Kopf. Am gleichen Tag wurden auch all meine Hobbys auf Eis gelegt. Nichts war mehr wie zuvor. Von diesem Zeitpunkt an war ich auf mich allein gestellt.

An dem darauffolgenden Wochenende lag meine Priorität zuerst darauf, mir eine Strategie zu überlegen, wie ich meinen neuen Schultag organisieren möchte, um sowohl meinen als auch den Ansprüchen der Lehrer gerecht werden zu können. Jedoch wusste ich nicht, wie die gesamte Organisation überhaupt laufen würde. Man hat vieles gehört aus anderen Bundesländern und Städten, aber trotzdem fühlte sich alles irgendwie fremd und irreal an. Ich stufte die Situation als unheimlich ein.

In den ersten 2 Tagen lief die Organisation noch etwas holprig, es gab noch nicht wirklich Aufgaben von den Lehrern. Auf jeden Fall stand für mich fest, dass ich eine Routine finden möchte und auch muss.

Ja, es war eine große Überwindung, aber ich habe mich dazu gezwungen, jeden Morgen pünktlich aufzustehen. Mich begleitete jeden Tag eine Art Unwohlsein. Ich stellte mir viele Fragen, wie zum Beispiel „Was passiert, wenn die Schule wieder geöffnet ist?“.

Nachdem mich die ersten Aufgaben erreichten, war ich direkt von meinem Unwohlsein abgelenkt und begann, mir eine Übersicht zu erstellen, wann was fertig sein muss. Ich habe mich zunächst, an meinem regulären Stundenplan orientiert, auch wenn das nicht immer umzusetzen war. Im Internet fand ich den Hinweis, dass man seine Lernzeit tracken kann, um konzentrierter zu arbeiten. Dafür nutze ich mit Begeisterung die App „Forest“ und möchte sie auch in Zukunft nicht mehr missen. Es ist ungewohnt, die Aufgaben vom Lehrer per E-Mail zu bekommen und mit den Klassenkameraden auch nur noch über „WhatsApp“ zu kommunizieren. Ich vermisse es, mich schnell mal mit den Mitschülern über den neusten Klatsch und Tratsch auszutauschen. Nun muss alles immer erst getippt werden, egal über welches Medium.

Parallel zu den schulischen Aufgaben musste dringend ein Ausgleich her, der den aktuellen Ausgangsbeschränkungen entspricht. Ich erfuhr, dass einer unserer Nachbarn sich freuen würde, wenn sich jemand um den Hund kümmert und ihm Auslauf verschafft. Das kam mir sehr gelegen und somit hatte ich einen täglichen Ausgleich, der mir viel Spaß bereitet. Es war ein Lichtblick. Nach der ersten Woche hatte mein Tagesablauf eine gute Struktur und ich konnte sehr effektiv arbeiten. Jeden Abend plante ich nun immer den nächsten Tag und konnte somit nichts vergessen. Das half mir sehr gut, nicht den Überblick über alle Aufgaben zu verlieren.

Mit Stolz kann ich 14 Tage nach der Schulschließung sagen, dass ich mich von Tag zu Tag besser mit der aktuellen Situation arrangiert habe und persönlich sehr viel mitnehmen werde. Ich sehe die Situation als Ansporn, im Allgemeinen selbstständiger zu arbeiten.

Trotz allem empfinde ich die Zusammenarbeit zwischen Schüler und Lehrern als angenehm, auch wenn alles aktuell auf eher unpersönlichem Wege stattfindet.

Mein Handy und der Laptop, sowie der Drucker sind unabdingbar geworden. Mir wäre es jedoch lieber, ich könnte an der Schulbank sitzen und  meinen Klassenkameraden sowie Lehrerinnen und Lehrern direkt gegenüberstehen. Nie hätte ich erwartet, mir einmal zu wünschen, wieder in der Schule Unterricht haben zu dürfen.

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