Die historische Entwicklung des Gymnasiums Oschersleben


Im 19. Jahrhundert gab es in Oschersleben keine voll ausgebaute höhere Schule. Das Bildungsbürgertum schickte seine Söhne auf ein Gymnasium in Halberstadt und seltener seine Töchter in das dortige Lyzeum.

Bereits seit der Reformationszeit gab es hier in Oschersleben "Lateinschüler". Kantor und Organist bereiteten als "Schulmeister" einige Jungen zum Besuch einer auswärtigen Lateinschule vor.

Allmählich entwickelten sich aus diesen Anfängen einige Schulklassen, die im Unterschied zu den Volksschulen "Bürgerschule" genannt wurde. Ihr Schulhaus befand sich in der Kornstraße.

Die weitere Entwicklung bis zum Gymnasium in der heutigen Form ist den folgenden Jahreszahlen zu entnehmen.


  • 1868

    Umzug der "Mädchenschule"  in das neu erbaute Schulgebäude in der Lindenstraße. Beginn der Geschichte unserer Schule.
  • 1893

    Gründung der Oscherslebener Realschule, da seitdem für sie der Lehrplan der preußischen Realschule verbindlich war. Starkes Anwachsen der Schülerzahl.
  • 1896

    Bezug des Gebäudes in der Lindenstraße, das von nun an Realschule hieß. Nach dem Besuch von vier Grundschuljahren Absolvierung von sechs Realschulklassen (Sexta, Quinta, Quarta, Tertia, Sekunda und Prima). Die Primaner, 15jährig, nannte man "Abiturienten".
  • 1898

    Schulabschluss der ersten sieben Primaner.
  • 1905

    Auflösung der sich noch im Gebäude befindenen "Mädchenbürgerschule" wegen mangelnder Schülerzahl.
  • 1916 - 1927

    Ernennung der Schule zur voll ausgebauten höheren "Lehranstalt", 
    Schultyp "Reform-Real-Gymnasium" mit Latein als Pflichtfach. 
    Übergabe der Turnhalle in der Petersilienstraße. 
    Verdopplung der Schülerzahl auf 330, davon 17 Mädchen, für deren Aufnahme es jeweils einer Sondergenehmigung des Direktors bedarf. 
    Ausbau der Schule bis zur Oberprima mit 9 Klassen (Reifeprüfung nach insgesamt 13 Schuljahren).
  • 1929

    Erweiterungsbau des Schulgebäudes.
  • 1937

    Vorverlegung des Abiturs um ein Jahr, um die männlichen Schüler zeitiger für den Militärdienst zu gewinnen.
  • 1938

    Anerkennung des 12. Schuljahres als Abschlußjahr sowie Haushaltsschule im 13. Jahr für Schülerinnen.
  • 1939

    Umbennenung des "Reform-Real-Gymnasiums" durch das Ministerium in "Städtische Oberschule für Jungen".
  • 1944
    Unterbrechung der schulischen Ausbildung, da alle Jungen des Jahrganges 1928 als Marinehelfer eingezogen werden.
  • 1945

    Wiederbeginn des Unterrichts.
  • 1947

    Ablegung der ersten Reifeprüfung nach dem Krieg.
  • 1954

    Der Erweiterten Oberschule wird der Name "Karl Marx" verliehen.
  • 1956

    Herbert Schlame (Fachlehrer für Musik und Deutsch) gründet einen Schulchor.
  • 1958

    Einführung des polytechnischen Unterrichts
  • 1962

    Die EOS wird eine "Versuchsschule", d.h. die Schüler konnten in 4 Jahren das Abitur und einen Facharbeiterabschluß erwerben.
  • 1964 - 1966

    Abitur mit Fachabschluss.
  • 1965

    1. Theaterexkursion nach Berlin unter Leitung von Herbert Schlame.
  • 1967

    Unterricht in PA (Produktive Arbeit) und ESP (Einführung in die sozialistische Produktion) in Klasse 9 und 10 eingeführt.
  • 1969

    Alle Schüler der Klassen 11 und 12 alle 2 Wochen einen Tag in einem Betrieb oder einer Institution.
  • 70er Jahre

    Gründung von Arbeitsgemeinschaften (Leichtathletik, Geräteturnen, Rettungsschwimmen, Handball, Volleyball), alljährliche "Karl-Marx-Festwoche".
  • seit 1976

    Parnerschaftliche Beziehungen zu einem Gymnasium in Dobruska, in der ehemaligen CSSR.
  • 1980

    Überarbeitete Lehrpläne und Lehrbücher
  • seit 1981

    Die Vorbereitungsklassen 9 und 10 laufen aus.
  • 1983

    Direktübernahme der Schüler nach Abschluß der 10 in die Klasse 11 der EOS
  • August 1991

    Schulreformgesetz für Sachsen-Anhalt tritt in Kraft.
  • 1990 / 1991

    Die Schule hat wieder 327 Schüler, 20 Lehrer. Schulleiter Herr Dr. Malkowski.
  • 1991 / 1992

    Umstrukturierung der Schule in ein Gymnasium mit 859 Schülern und 53 Lehrern in drei Lehrgebäuden: Lindenstraße, Bruchstraße, Völpke.
  • 1992 / 1993

    Die Außenstelle Völpke wird dem Allertalgymnasium Eisleben zugeordnet.
  • 1993 / 1994

    859 Schüler, 66 Lehrer, 2 Lehrgebäude: Lindenstraße, Bruchstraße.
  • April 1994

    Das Gymnasium feiert seinen 100. Geburtstag

  • 1997 / 1998

    Zugang zum Gymnasium letztmalig ab Klasse 5 möglich, 760 Gymnasiasten
  • 1998

    Einweihung des grünen Klassenzimmers
  • 1998 / 1999

    Beginn der Partnerschaft mit einer Schule in Griffin, USA
  • 2000 / 2001

    Einführung des Betriebspraktikums für Schüler der 10. Klassen, 
    607 Gymnasiasten
  • 2001 / 2002

    Beginn des Schüleraustauschs mit dem Smolensker Lyzeum
  • 2003 / 2004

    110 Jahre Gymnasium Oschersleben
  • 2006

    50.  Jubiläums-Adventskonzert des Gymnasiums
  • 2007

    Doppelabitur der Jahrgangsstufen 12 und (letzmalig) 13